Von Udo Selent

Fragen die ich zur insektenfreundlichen Bewirtschaftung von städtischen Flächen im Rat der Stadt Springe am 21.6.2018 stellen möchte.

Zur Situation: Die Bundesregierung hat festgestellt, dass das Insektensterben dramatische Formen angenommen hat. Jeder Interessierte hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Ein Beispiel: Ich weiß aus meiner Jugend, wie ich geflucht habe, dass ich regelmäßig die Windschutzscheibe putzen musste, um wieder ungestört heraus zugucken zu können. Jetzt bemerke ich davon nichts mehr. Die Ursache dieses Insektensterbens ist zwar nicht abschließend geklärt. Trotzdem kann man mit kleinen Maßnahmen die Insekten schützen. Privat - indem man nicht den Rasen Beikraut frei hält, denn Klee,Vergissmeinnicht und Gänseblümchen sind doch schön. Von städtischer Seite - die Natur, Natur sein lässt. Auf die Seitenstreifen von Wegen und Straßen insektenfreundliches Saatgut säht, welches sich einige Jahre immer wieder selbst aussäht. Diese Streifen müssen dann nur noch einmal im Jahr gemäht werden. Zukünftiges Bauland bis zur Bebauung der Natur überlässt.

Meine Fragen:

1. Welche Flächen der Stadt werden, bzw. könnten extensiv (damit insektenfreundlich) bewirtschaftet werden?

  1. Diverse Flächen vorhanden wie Wegeränder, Ortseingangsflächen, Nebenflächen an Schulen, aber auch Weißer Brink, B-Plan 61 Hamannsbruch in Springe. Bei fast allen Beeten handelt es sich um insektenfreundliche Flächen, da durchschnittlich nur 2x im Jahr gepflegt werden kann.

2. Wie viel Hektar sind es (bitte eine grobe Schätzung nach Ortsteilen), wieviel ha könnten umgewandelt werden ?

  1. Keine Aussagen zu Bestand oder künftiger Veränderung möglich, da eine verlässliche Datengrundlage im Fachdienst noch nicht geschaffen werden konnte (Grünkataster wurde zurückgestellt, da entsprechende Kapazitäten – Personal - fehlen).

3. Gibt es zur extensiven Nutzung positive oder negative Stellungnahmen von den Naturschutzverbänden und den Bürgern?

  1. Im FD 66 gibt es im Sommerhalbjahr fast täglich Beschwerden, dass nicht genügend gepflegt und gemäht wird. Ähnliche Äußerungen gibt es immer wieder auch aus den Ortsräten. Positive Äußerungen, wenn überhaupt, sind so selten, dass sie nicht in Erinnerung sind.

4. Wie verhalten sich die Imker, Jäger und Landwirte zu diesen Maßnahmen?

  1. Keine Kenntnisse vorhanden

5. Wird regelmäßig geprüft, ob und wo es Förderungen gibt, städtische Flächen insektenfreundlich umzugestalten?

  1. Nein, denn Umgestaltungen kosten viel Geld (ca. 50 €/m², d.h. 1 ha umgestalten kostet 0,5 Mio €) und die Stadt ist seit Jahrzehnten in der Haushaltskonsolidierung. Voraussetzung für sinnvolles Umgestalten wäre zuers t auch eine Bestandserfassung im Grünflächenkataster. Kapazitäten für eine solche Aufgabe sind nicht vorhanden.

6. Ist nach der Umstellung auf extensiven Grünflächenpflege mit höherem Personal- oder Maschinenaufwand zurechnen oder können Kosten durch die extensive Bewirtschaftung gesenkt werden?

  1. Bei großen zusammenhängenden Flächen können die Kosten gesenkt werden, wenn wie jetzt auch schon das Mähgut liegen bleibt. Dies führt zur Nährstoffanreicherung im Boden und fördert damit eher unerwünschte Extensivkulturen. Optik ist auch mies, bei feuchter Witterung kann es auch deutlich müffeln. Soll gesammelt werden, wird eine Extensivfläche zeitaufwendiger als ein Scherrasen, wo ein Aufnehmen nicht erforderlich ist. Bei Kleinflächen steigt der Zeitaufwand mit der Extensivpflege eher an. Hier ist Scherrasen vorteilhafter. Evtl. im Aufwand ähnlich eine Umstellung auf andere Kulturen. Dies ist aber kostenaufwendig, da z.B. ein kompletter Bodenaustausch vorgenommen werden muss. Setzt wiederum eine Bestands-erfassung und darauf aufbauend eine umfangreiche Planung voraus.

Bitte beantworten Sie diese Fragen in der nächsten Ratssitzung öffentlich, denn dieses Thema ist aktuell und interessiert viele Bürger.

Danke

Viele Grüße

Udo Selent DIE LINKE.

Beschluss:

Der Ortsrat Bennigsen fordert die zuständigen Gremien (Rat, Regionsversammlung) dazu auf:

Die Bus Linie 360 Bennigsen-Wallensteinstr. bleibt in der bisherigen Taktung und Streckenführung erhalten. Dies ist im Sinne der Daseinsvorsorge notwendig.

Begründung:

Wie aus der Presse zu entnehmen war, steht die Linie 360 zur Disposition. Lüdersen droht damit eine deutliche Verschlechterung der Anbindung an Bennigsen und Hannover. Wir solidarisieren uns mit dem Ortsratbeschluss Lüdersen.

Auch für andere Springer Ortsteile ist diese Verbindung von großer Bedeutung. In den beiden Herbststürmen im Oktober 2017 musste die Bahn den Betrieb auf der Linie 5 und 51 einstellen. Ohne die Verbindung 360 hätten die in Hannover Beschäftigten aus Bennigsen, Gestorf und Eldagsen keine Möglichkeit nach Hause oder am nächsten Tag zur Arbeit zu kommen denn die Taxen wurden komplett von der Bahn angemietet.

Udo Selent

DIE LINKE.

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