von Siegfried Seidel

In der letzten Sitzung dieses Jahres beschloss der Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt eine Resolution gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hetze. Allerdings waren die Einzelvertreter*innen von LINKEN und Piraten mit dieser Resolution nicht einverstanden, so das sie Änderungsanträge stellten. 

Nach einer längeren Debatte kam nun dieser Antrag heraus:

Der Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt lehnt jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit sowie entsprechende und Hetze ab.

Mit Äußerungen dieser Art werden wir uns offensiv auseinandersetzen, gerade auch, wenn sie im Zeichen eines erstarkenden Rechtspopulismus und -extremismus von einzelnen Vertretern aus dem eigenen Gremium kommen.

Der Bezirksrat steht für eine weltoffene und von unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen geprägte Gesellschaft und lässt sich in seinem Bemühen um die Wahrung der Menschenwürde jeder einzelnen Bewohnerin und jedes einzelnen Bewohners unseres Stadtbezirkes nicht von Einzelnen auseinanderdividieren.

Der Bezirksrat stellt sich zudem hinter den "Globalen Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration", der im Dezember 2018 im Rahmen der Vereinten Nationen beschlossen werden soll. Im Bewusstsein, dass Mobilität die Mutter jeglicher Entwicklung ist, und im Wissen, dass menschliche Migration ein natürlicher Bestandteil dieser Mobilität ist, fördern wir die Integration von Migranten.

Mit großer Mehrheit nahm der Bezirksrat die Resoltion an. Gerade in Zeiten eines gesellschaftlichen Rollbacks hin zu Antifeminismus, Nationalismus, Rassismus und den Glauben an Autoritäre Strukturen ist wichtig das Zeichen dagegen gesetzt werden.

Interessanter Fakt: 2007 stellte der damalige linke Bezirksrat Seidel eine Resolution "Gemeinsame Erklärung gegen Rechtsextremismus", diese wurde damals vom Bezirksrat abgelehnt. Wie die Zeiten sich ändern. 

 

von Siegfried Seidel

 Der Oktober 2018 wird für mich als ein Herbst der Völkerverständigung und Solidarität in Erinnerung bleiben. Vom 05 – 08.10 begleitete ich die „Austauschfreunde“ (Les Amis du Jumelage) der  Partnerschaft von Ahlem und Petit-Couronne nach Frankreich und am 13.10 nahm ich auf der #unteilbar! Demo in Berlin teil.

Gerade in Zeiten in denen Nationalismus wieder an Einfluss gewinnt und damit einhergehend wieder Minderheiten diskriminiert und verfolgt werden, ist Solidarität statt Ausgrenzung und Völkerverständigung ein Gebot der Stunde.

Im letzten Jahr feierte der Verein zur Förderung der Partnerschaft zwischen Ahlem und Petit-Couronne sein 50 jähriges Jubiläum. Und in diesem Jahr wurde in Petit-Couronne eine große Jubiläumsfeier durchgeführt. Gefeiert wurden die Städtepartnerschaften: 50 Jahre Ahlem - Petit-Coruronne· und 40 Jahre Beccles - Petit-Couronne. Zusammen mit Vereinsmitgliedern, Mitgliedern des Bezirksrates und interessierten Bürger*innen hatte ich schöne Tage in Frankreich. Besonders begeistert hat mich die Gastfreundschaft der Franzosen und die Diskussion mit Engländern über den Brexit. 

Diese Reise hat mir wieder einmal gezeigt, bei aller Kritik an der EU die ich als Linker habe, wie wichtig ein geeinigtes Europa ist. Denn die Feinde von Früher sind die Freunde von Heute. Ich hoffe, dass der Europagedanke auch bei kommenden Generationen noch vorhanden ist und weiter ausgebaut wird, denn Völkerverständigung ist ein Schlüssel zum Frieden.

Nicht als Finale, sondern als Aufbruch in eine solidarische Gesellschaft! "Der Herbst der Solidarität wird weiter strahlen in all den Orten in Deutschland. Die Leute werden die Power mitnehmen und die Kämpfe zusammen führen" - das ist unser Signal, wir sind unteilbar! So heißt es auf der Facebook-Seite von #unteilbar!

Am 13. Oktober war ich zusammen mit 249.000 anderen Menschen in Berlin auf der Straße um gegen Ausgrenzung und Unterdrückung, gegen rechte Hetze für eine solidarische Gesellschaft zu demonstrieren. Neben den Gewerkschaften (wie ver.di, IG Metall, GEW, FAU...) waren auch Amnesty International, Aktion Sühnezeichen, die Seebrücken Bewegung, Die Grünen/Bündnis '90, DIE LINKE, Fußballfans gegen Rechts und vielen andere auf der Straße. Das Ziel der Veranstalter waren 40.000 Menschen, das es aber rund 250.000 Menschen wurden, damit hatte keiner gerechnet. All diese Menschen haben den Kampf gegen Rechts und den Kampf um die soziale Fragen zusammen geführt und werden diesen auch weiterführen, denn wir sind Unteilbar!

Ich freue mich sehr, das so viele Menschen für eine offene, solidarische Gesellschaft auf die Straße gegangen sind.

 

 

Siegfried Seidel
(Bezirksratsherr von 2006-2016)
ehrenamtlicher Mitarbeiter von Julia Grammel
Mitglied im Eilenriedebeirat
Mitglied im Integrationsbeirat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt
Landschaftsgärtner
Kontakt:
Tel. priv.: 0511/493558
Mobil: 0178/5132881
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Im Mai 2009 wurde vom Bezirksrat der Integrationsbeirat (I-Beirat) Ahlem-Badenstedt-Davenstedt eingerichtet. Er besteht aus 19 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern.

Im Integrationsbeirat arbeiten Menschen mit Migrationshintergrund, Personen mit guten Kenntnissen und Verbindungen im Stadtbezirk als so genannte „Multiplikatorinnen“ und „Multiplikatoren“ sowie Bezirksratsmitglieder zusammen.

Siegfried Seidel war von 2009 - 2016 als Bezirksratsmitglied und ist seit 2017 als Multiplikator im Gremium tätig.

Die Integrationsbeiräte in den Stadtbezirken wurden auf der Grundlage des Lokalen Integrationsplans der Stadt Hannover eingerichtet. Sie sollen ein Forum für gegenseitigen kommunikativen Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft schaffen. Hier sollen sowohl die Anliegen der im Stadtbezirk lebenden Menschen mit Migrationshintergrund artikuliert werden können als auch Konflikte im Stadtbezirk benannt und nach Lösungsalternativen gesucht werden.

An dieser Stelle werden sie in Zukunft über die Arbeit im Integrationsbeirat informiert.

Sollten Sie Fragen und Anregungen zum I-Beirat haben, können Sie sich gerne an Siegfried Seidel wenden.

Hier noch ein paar Allgemeine Informationen:

Der Integrationsbeirat kann Zuwendungen für Maßnahmen bewilligen, die das Zusammen-leben der verschiedenen Kulturen und Milieus Gleichberechtigung und Chancengleichheit gegenseitigen Austausch und gemeinsame Lernprozessen interkulturelle Managementkompetenz und Netzwerke zur Unterstützung von Integrationsprozessen fördern. Die endgültige Entscheidung über eine Förderung trifft der Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt.

 

 

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