von Julia Grammel

Temporäre Geschwindigkeitsmessungen innerhalb des Stadtgebietes sind ein probates Mittel Temposünderinnen und Temposündern dezent auf ihre zu schnelle Fahrweise hinzuweisen. Die Erfahrung zeigt, nach einem Abbau der Messanlage beachten die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung meistens weiterhin. Ebenso dient die Dokumentation als Entscheidungsgrundlage für zukünftige Maßnahmen wie zum Beispiel eine Einbahnstraßenregelung oder eine natürliche Straßenverengung durch beidseitiges Parken, wenn ein Messgerät nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat und die strikte Einhaltung eines vorgeschriebenen Tempolimits nicht sicher scheint.

Die Lenther Staße in Badenstedt ist in Sachen Geschwindigkeitsüberschreitungen ein neuralgischer Punkt. Immer wieder wird dort das Tempolimit von 30 km/h missachtet. Geeignete Maßnahmen sind bisher nicht ergriffen worden. Eine Fahrradstraße auf der die Radlerinnen und Radler Vorrang haben hat die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover abgelehnt. Einen Antrag, der die Durchfahrt in der Lenther Straße nur für Anliegerinnen und Anlieger gestattet und der die Zustimmung des Bezirksrates Ahlem, Badenstedt und Davenstedt fand, ist von der Verwaltung noch nicht entschieden. Eine zeitweise Aufstellung eines Geschwindigkeitsmessers mit Anzeige erscheint ungewiss. Im letzten Jahr ist der Bedienstete der Stadt Hannover, der für die mobilen Tempomessungen zuständig war, ausgeschieden. Eine Pflicht seitens der Stadt, mobile Tempomessungen durchzuführen, besteht nicht. Die Dienststelle wurde nicht wieder besetzt und somit werden Messungen nicht mehr durchgeführt (siehe Entscheidung Nr. 15-0227/2018 S1 der Landeshauptstadt Hannover in der Krugstraße in Ahlem, „Aus diesem Grund wird das Aufstellen von mobilen Geschwindigkeitsanzeigen im Stadtgebiet nicht mehr erfolgen“). Wie sollen geeignete Maßnahmen (Lösungen) konzipiert werden, wenn eine der Grundvoraussetzungen, die Problemfeststellung, nicht mehr möglich ist? Geschwindigkeitsüberschreitungen mittels gefühlter Wahrnehmungen der Fußgängerinnen und Fußgänger aufzeichnen? Letztlich bleibt nur das Aufstellen eines „Blitzers“, der dann die Stadtkasse füllt, aber den Unmut der Autofahrerinnen und Autofahrer auf sich zieht. Eine angepasste und langfristig rücksichtsvollere Fahrweise kann gut durch eine temporäre Geschwindigkeitsmessung mit leuchtendem Display erreicht werden. Die Leuchtkraft eines mobilen Messgerätes prägt sich ein und bleibt in Erinnerung. Leider ist die Stadt Hannover anderer Meinung und führt Messungen zurzeit nicht mehr durch.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für 2019

Die Arbeitsgemeinschaften der Vereine, Verbände und Institutionen im Stadtbezirk Ahlem-Badenstedt-Davenstedt laden alle Einwohnerinnen und Einwohner des Stadtbezirkes ein, den Start in das neue Jahr am Sonntag, den 13. Januar, 11:30 Uhr gemeinsam zu feiern.

Die Neujahrsrede wird Bezirksbürgermeister Rainer Göbel (SPD) halten. Die Veranstaltung wird von einem Programm begleitet. Freuen Sie sich bei Sekt, Saft und kleinen Leckereien auf gute Gespräche in zwangloser Atmosphäre, sowie Informationen rund um Angebote im gesamten Stadtbezirk.

Ein besonderer Dank gilt in diesem Jahr der Arbeitsgemeinschaft der Davenstedter Vereine für die federführende Organisation des Neujahrsempfanges.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Termin(e): 13.01.2019 
von 11:30 bis 13:30 Uhr
Ort

Grundschule In der Steinbreite

  • In der Steinbreite 54
  • 30455 Hannover

Einlass ab 11 Uhr.

 

von Siegfried Seidel

 Der Oktober 2018 wird für mich als ein Herbst der Völkerverständigung und Solidarität in Erinnerung bleiben. Vom 05 – 08.10 begleitete ich die „Austauschfreunde“ (Les Amis du Jumelage) der  Partnerschaft von Ahlem und Petit-Couronne nach Frankreich und am 13.10 nahm ich auf der #unteilbar! Demo in Berlin teil.

Gerade in Zeiten in denen Nationalismus wieder an Einfluss gewinnt und damit einhergehend wieder Minderheiten diskriminiert und verfolgt werden, ist Solidarität statt Ausgrenzung und Völkerverständigung ein Gebot der Stunde.

Im letzten Jahr feierte der Verein zur Förderung der Partnerschaft zwischen Ahlem und Petit-Couronne sein 50 jähriges Jubiläum. Und in diesem Jahr wurde in Petit-Couronne eine große Jubiläumsfeier durchgeführt. Gefeiert wurden die Städtepartnerschaften: 50 Jahre Ahlem - Petit-Coruronne· und 40 Jahre Beccles - Petit-Couronne. Zusammen mit Vereinsmitgliedern, Mitgliedern des Bezirksrates und interessierten Bürger*innen hatte ich schöne Tage in Frankreich. Besonders begeistert hat mich die Gastfreundschaft der Franzosen und die Diskussion mit Engländern über den Brexit. 

Diese Reise hat mir wieder einmal gezeigt, bei aller Kritik an der EU die ich als Linker habe, wie wichtig ein geeinigtes Europa ist. Denn die Feinde von Früher sind die Freunde von Heute. Ich hoffe, dass der Europagedanke auch bei kommenden Generationen noch vorhanden ist und weiter ausgebaut wird, denn Völkerverständigung ist ein Schlüssel zum Frieden.

Nicht als Finale, sondern als Aufbruch in eine solidarische Gesellschaft! "Der Herbst der Solidarität wird weiter strahlen in all den Orten in Deutschland. Die Leute werden die Power mitnehmen und die Kämpfe zusammen führen" - das ist unser Signal, wir sind unteilbar! So heißt es auf der Facebook-Seite von #unteilbar!

Am 13. Oktober war ich zusammen mit 249.000 anderen Menschen in Berlin auf der Straße um gegen Ausgrenzung und Unterdrückung, gegen rechte Hetze für eine solidarische Gesellschaft zu demonstrieren. Neben den Gewerkschaften (wie ver.di, IG Metall, GEW, FAU...) waren auch Amnesty International, Aktion Sühnezeichen, die Seebrücken Bewegung, Die Grünen/Bündnis '90, DIE LINKE, Fußballfans gegen Rechts und vielen andere auf der Straße. Das Ziel der Veranstalter waren 40.000 Menschen, das es aber rund 250.000 Menschen wurden, damit hatte keiner gerechnet. All diese Menschen haben den Kampf gegen Rechts und den Kampf um die soziale Fragen zusammen geführt und werden diesen auch weiterführen, denn wir sind Unteilbar!

Ich freue mich sehr, das so viele Menschen für eine offene, solidarische Gesellschaft auf die Straße gegangen sind.

 

 

von Julia Grammel

 

Mit meiner Anfrage „Freies Bauland im Stadtbezirk“(Drucksache 15-2405/2018 der Landeshauptstadt Hannover) bestätigte sich meine Vermutung, dass die letzten zwei größeren Bauflächen, die sich im Eigentum der Stadt Hannover befinden, nicht mehr für den sozialen Wohnungsbau eingesetzt werden können. Statt Geschossbau mit mehr Wohneinheiten hat Hannover auf dem ehemaligen Schulgelände in der Petit-Couronne-Str. in Ahlem und an der Stadtgrenze zu Ronnenberg-Empelde im Margot-Matthias-Weg kleinteilige Bauweise festgelegt. In Ahlem sollen 45 Wohneinheiten (Einfamilienhäuser) entstehen. Im Margot-Matthias-Weg sind 25 Wohneinheiten geplant. Das letzte Tafelsilber wird für Einfamilienhäuser eingesetzt. Damit verzichtet die Landeshauptstadt Hannover auf die Chance, selbst als Bauherr zu handeln und den Mangel an bezahlbaren Wohnraum zu verringern. Laut Aussage eines Mitarbeiters der Bauverwaltung sei mit dem Bau einer Flüchtlingsunterkunft im Margot-Matthias-Weg der Wunsch nach Geschossbau erfüllt.

 

Eine bundesweite Studie, die der Sozialverband Deutschland im Oktober vorgestellt hat, verdeutlicht erneut wie desolat die Lage auf dem Wohnungsvermietungsmarkt ist. Geringverdienerinnen und Geringverdiener haben es schwer, eine passende Wohnung anzumieten. Und deshalb ist der soziale Wohnungsbau so wichtig. Adolf Bauer, Vorsitzender des Sozialverbands Deutschland, schätzt, dass mindestens 1 Million Haushalte ein solch hohen Mietanteil tragen, der das noch zur Verfügung stehende Einkommen nach Abzug der Mietkosten auf ALG II Niveau reduziert. 25% der Wohnungen sind zu klein. Gerade Familien müssen auf engstem Raum leben, weil das Einkommen für ein größeres Zuhause nicht ausreicht. Der Vorsitzende der Landesarmutkonferenz Klaus-Dieter Gleitze spricht von über 100.000 Sozialwohnungen für Niedersachsen, die aktuell fehlen. Die von der Landesregierung jetzt versprochenen 40.000 Wohneinheiten mit Sozialbindung sind zu wenig, zumal die Kommunen nicht selbst als Bauherren tätig werden wollen. In den nächsten Jahren werden für etwa 40.000 Sozialwohnungen die Bindungen auslaufen. Also kein realer Zuwachs an Wohnungen mit Sozialbindung, sondern nur soziales Geplänkel der Landesregierung.

 

Natürlich sind Bauvorhaben in unserem Stadtbezirk geplant . Wer über ein entsprechendes Einkommen verfügt kann vielleicht in der Riecherstraße in Badenstedt einmal ein Zuhause finden. Ein Zuhause für gehobene Ansprüche. Die Kreissiedlungsgesellschaft wird in der Richard-Lattorf-Straße in Ahlem ihren Wohnungsbestand sukzessive abreißen und durch Neubauten ersetzen. Nach Abschluss der Baumaßnahmen stehen dann 128 Neubauwohnungen zur Miete in Ahlem. Die Mietkosten sollen moderat sein.

 

Von Julia Grammel

Fehlanzeige. In Ahlem wurde ein Bauvorhaben einer Wohnungsbaugesellschaft erst einmal durch den Bauausschuss der Stadt Hannover gestoppt. Der Bauantrag, der 50 Wohneinheiten auf einem großen Grundstück im Bereich der Krugstraße und Herzogsborn vorsah, erschien der Stadt anscheinend zu monströs, obwohl der ursprüngliche Bebauungsplan Mischbebauung (Einzel- und Doppelhäuser sowie mehrgeschossige Bauweise) ermöglichte. Schnell konnte der Bebauungsplan mit Hilfe eines Eilverfahrens, durch einen Aufstellungsbeschluss, geändert werden, siehe Beschlussdrucksache Nr. 1676/2018 der Landeshauptstadt Hannover. Damit wird vorerst „die gewachsene Struktur kleinteiliger Bebauung mit Einzel- und Zweifamilienhäusern“ gesichert. Für den Investor bedeutet das, er muss von seinem Bauvorhaben mit 50 Wohneinheiten Abstand nehmen, da mit der Änderung „eine Zurückstellung des Baugesuchs“ möglich wird. Der Bauantrag berücksichtigte Mietwohneinheiten in verträglicher Höhe, die im Bereich der übrigen Bauflächen auch schon bestehen.

In Zeiten der Wohnungsknappheit ist das Vorgehen der Landeshauptstadt Hannover nicht nachvollziehbar. Mit einer kleinteiligen Bebauung werden wieder einmal nur die Menschen berücksichtigt, die es sich finanziell leisten können in einem Haus, sei es zur Miete oder im eigenem Eigentum, zu wohnen. Auf politischer Ebene wird Hauseigentum vorgezogen, die Lage auf dem Mietwohnungsmarkt einfach ignoriert. Die Fläche läßt eine Wohnanlage zu. Gerade auch im Hinblick auf die Sozialbindung, die 30% Sozialwohnungen bei Neubauten fordert, ist der Bauantrag zu begrüßen.

Vielleicht entstehen dort auch bezahlbare Reihenhäuser wie in Wettbergen über die der Stadtbaurat Bodemann konstatierte, „überraschend günstig, Wohnen mit niedrigem Einkommen“, siehe Hannoversches Wochenblatt vom 26.9.18, Seite 15. Ein 120qm großes Reihenhaus als „Rohbauvariante“ für mindestens 275.000 Euro für niedrige Einkommen zu empfehlen, offenbart die Realitätsferne der Verwaltung. Wer mit niedrigem Einkommen für eine Immobilie ohne Innenausbau (Küche, Bad) 275.000 Euro „hinblättert“, muss über einen extrem hohen Eigenkapitalanteil verfügen, um die monatlichen Abträge mit einem niedrigen Einkommen bewältigen zu können.

Unser Ratsherr Dirk Machentanz hat im Bauausschuss gegen die Änderung in Ahlem gestimmt. Vorrangig stehen Mietwohnungen im Fokus.

 

Unser Hörtipp: Die parteiübergreifende Gruppe „Gnadenlos Gerecht“ stellt sich am 9.11. von 16 bis 17 Uhr über das Internetradio „Radio Flora“ vor. Ihr Anliegen: Auf die Probleme der von Armut betroffenden Menschen, besonders die Wohnsituation, aufmerksam machen. Die Sendung wird am 18.11. wiederholt.

 

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