Heute vor 75 Jahren wurde das KZ Außenlager Ahlem von der US Armee befreit. Allerdings gab es heute auf Grund der Corona Pandemie keinen Gedenkgottesdienst, wie er sonst immer statt findet. Es gab keinen DGB Chor, keine Kranzniederlegungen. DIE LINKE. Stadtteilgruppe Hannover-West gedachte aber trotzdem der Befreiung. Ihr Stadtteilgruppensprecher Siegfried Seidel legte einen Blumenstrauch im stillen Gedenken der Opfer ab.

"In einer Zeit, in der Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie und Fremdenfreindlichkeit im erschreckenden Maße zunehmen. In einer Zeit wo die Welt aus dem Fugen gerät, ist es um so wichtiger an das dunkelste Kapitel der deutschen und europäischen Geschichte zuerinnern und gedenken. Es ist in dieser Zeit wichtig unsere Freiheit, unsere Demokratie zuverteidigen." so Siegfried Seidel. "Auch 75 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges heißt es für uns, kein Vergeben, kein Vergessen. Kampf dem Faschismus und den autoritären Gedanken in der Gesellschaft. 75 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges sollte der 8.Mai bundesweiter Feiertag werden. Ich unterstütze die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA) in ihren Bemühungen dazu" so Seidel weiter.

Hier können Sie unterschreiben: Den 8.Mai zum Feiertag machen

 

von Julia Grammel
 
Erstklässer*innen der Friedrich Ebert Schule in Badenstedt, die ab Schuljahr 2020/21 die neuen Unterrichtscontainer beziehen, müssen auf eine „raumnahe“ Handhygiene verzichten, zwangsläufig. Die neuen „Außenklassenräume“ sind ohne Handwaschbecken ausgestattet.
 
Laut Aussage eines Mitarbeiters des Gebäudemanagements der Stadt Hannover ist eine Ausrüstung mit Handwaschbecken nicht vorgesehen. In der Regel sind in Containern keine Waschtische vorhanden. Eine sanitäre Nachrüstung der Container an der Friedrich Ebert Schule für die Schüler*innen der ersten Klassen ist auch in Zeiten von Corona nicht geplant, um die Inbetriebnahme zum Schuljahr 2020/21 nicht zu gefährden.
 
Hier stellt man sich die Frage, warum wurden Handwaschbecken überhaupt nicht mit in die Planung aufgenommen? Kleine Hände sind immer reinigungsbedürftig. Gerade in den unteren Klassen wird häufig und gern mit den Händen gearbeitet (Malen, Kneten etc.). Nicht nur im Hinblick auf die aktuelle Pandemie gehört regelmäßiges Händewaschen zur normalen Hygiene und Gesunderhaltung. Auch wurden sämtliche Handwaschbecken in den Klassenräumen der weiterführenden Schulen in Hannover schon lange abmontiert. Ökonomische Gründe mögen wohl eine Rolle gespielt haben.
 
Wer verstopfte Abflüsse, die Reparatur oder Erneuerung häufig genutzter Wasserhähne, Reinigung, Seife und den Verbrauch von Papierhandtüchern unterbindet, kann sich über Ausgabenvermeidung freuen. Das Problem der Ekeltoiletten in den Schulen ist allgemein bekannt und tritt immer wieder auf. Wer aber auf Handwaschbecken in den Unterrichtsräumen und Containern verzichtet, unterbindet von vornherein eine notwendige Handhygiene. Als Schülerin konnte ich mich täglich am Handwaschbecken erfrischen, weil eine Trinkflaschenmitnahme nicht üblich war, und mir auch vor dem Biss ins Schulbrot die Hände reinigen. Damals unvorstellbar ein Unterrichtsraum ohne Becken. Die Verwaltung der Stadt Hannover muss handeln und Händewaschen in den Klassenräumen wieder ermöglichen. Geld dafür steht zur Verfügung.
von Julia Grammel
 
Die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover hat gerechnet, extrapoliert und evaluiert. Das Ergebnis: Keine weitere Grundschule, weil die zukünftigen Schülerzahlen keinen Neubau rechtfertigen. An- oder Ausbauten der Grundschulen sind durchaus möglich.
 
Die Schülerzahlen sind im Stadtbezirk gestiegen und werden auch weiterhin nach oben gehen. Neubaugebiete und der Zuzug junger Familien sorgen für eine Verjüngung der Bevölkerung in allen drei Stadtteilen. Wie fehlerhaft Annahmen der Stadt Hannover sein können, zeigt die zurückliegende Fehleinschätzung im Bereich der Betreuungsplätze für die unter 6jährigen Kinder. Hier musste nachgebessert werden. Trotzdem bilden Ahlem, Badenstedt und Davenstedt im Stadtvergleich weiterhin das Schlusslicht in der Betreuungsquote. Mit Unterrichtsräumen für die Grundschulen verhält es sich ebenso. Es fehlen Räumlichkeiten, um zeitgemäßen Ganztagsunterricht und Inklusion anbieten zu können. Container, die bereits im Einsatz sind, werden für das kommende Schuljahr 2020/21 aufgestockt. Ihr Einsatz ist für mehrere Jahre geplant.
 
 
 
Die Grundschule in der Steinbreite erweitert ihre schon zwei stehenden Container um zwei allgemeine Unterrichtsräume (AUR). Zwei Differenzierungsräume, die flächenmäßig kleiner sind und für die Ganztagsbetreuung zur Verfügung stehen, erhöhen ab Schuljahr 2020/21 die Anzahl der Container auf insgesamt 6 Stück auf dem Gelände der Grundschule in der Steinbreite. Die Friedrich-Ebert-Schule nimmt ab August 2020 5 neue Container auf. Sie ergänzen den schon stehenden Unterrichtsraum in Containerform. Die 6 Container werden auf dem Gelände so platziert, dass der Pausenhof weiter zum Toben und Laufen von den Kindern genutzt werden kann.
 
 
 
Eltern und Lehrkräfte forderten schon in der Vergangenheit einen Grundschulneubau und keine Containerlösung. Die Lernbedingungen tragen entscheidend zum Lernerfolg bei; und dazu gehört nun einmal ein Schulgebäude mit einer ausreichenden Anzahl von Klassenräumen. Der Stadt Hannover ist die Raumnot seit Jahren bekannt. Leider richtet sich ihr Blick anscheinend nur auf Ausgabenkürzungen oder der Ausgabenvermeidung. Die Aufstellung der Container und deren Miete belasten den Haushalt nicht unerheblich, siehe Beschlussdrucksachen Nr. 3114/2019 und Nr. 3115/2019 der Landeshauptstadt Hannover. Sollten sich die Schülerzahlen auch über den prognostizierten Zeitraum hinaus weiter nach oben bewegen, wären Ressourcen für Container gebunden worden, die einen Neubau ermöglicht hätten. Engagement der Eltern wird mittlerweile von den Schulen erwartet. Es verbessert das Schul- und Lernklima. Wer Container anbietet, riskiert Unsicherheit und Rückzug der engagierten Eltern.
 
 
 
Unsere Stadtteilgruppe wünscht Ihnen ein friedliches Weihnachtsfest und ein Frohes und Gesundes 2020.
 
 
 

von Siegfried Seidel

Die Situation an der türkisch-griechischen Grenze ist unerträglich. Polizei und Militär schießen u.a. mit scharfer Munition auf Menschen, die verzweifelt versuchen in die EU zu gelangen.

Gleichzeitig formieren sich rechte Mobs und attackieren Geflüchtete, Journalist*innen, medizinisches Personal, einfach alle, die im Verdacht stehen, sich für Geflüchtete zu engagieren. Den Mobs haben sich auch deutsche Rassisten, Faschisten und Neonazis angeschlossen.

Genau aus diesem Grund gingen am 04.März mehr als 1.000 Menschen in Hannover (und auch bundesweit) unter dem Motto „Grenzen auf! Leben retten!“ auf die Straße. So auch Menschen aus unseren Stadtbezirk.

2015 hat die solidarische Mehrheit in Deutschland Geflüchtete willkommen geheißen und sich gegen Ausgrenzung, Hetze und Rassismus gestellt. 2020 sind wir immer noch da und selbstverständlich bereit, Menschen in Not zu helfen. Aktuell haben sich 140 Kommunen in Deutschland dazu bereit erklärt Geflüchtete aufzunehmen. Auch die Landeshauptstadt Hannover will sich daran beteiligten. Wir als LINKE können dies nur unterstützen, allerdings dürfen wir es nicht zu lassen, das die Geflüchteten Menschen gegen die hier lebenden Menschen ausgespielt werden. Deshalb ist es wichtig für Alle Wohnraum zuschaffen.

Das Ahlem-Badenstedt-Davenstedt ein Bezirk ist, der sich für alle hier lebenden Menschen einsetzt, hat die Veranstaltung des Netzwerk 11 für Flüchtlingshilfe bei ihrer Veranstaltung in der Plantage deutlich gezeigt. Zu Gast waren u.a. Vertreter*innen von der „Seebrücke“, diese wollen mit verschiedenen Aktionen über die Situation der Geflüchteten im Mittelmeer aufmerksam machen. Sie gehörten auch zu den Organisatoren der Demostration am 04. März. In der letzten Sitzung des Integrationsbeirates Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, regte Siegfried Seidel an, das der Beirat sich stärker um einen Austausch mit solchen Bündnissen wie der „Seebrücke“ einzusetzen solle, „es könne Synergieeffekte geben, von den alle Beteiligten profitieren.“ so Seidel.

Der Bezirksbürgermeister Rainer Göbel (SPD) sagte darauf hin, er wolle einige dieser Organisationen in die nächsten Sitzungen des Beirates einladen.

Zeigen wir allen gemeinsam, das Europa ein solidarisches Europa ist und bieten dem Hass und der Hetze keinen Raum.

 
Container gehören in unserem Stadtbezirk mittlerweile zum Alltag. In ihnen findet Unterricht statt oder sie dienen als vorübergehende Unterkunft für obdachlose Menschen. So auch in der Petit-Couronne-Str. in Ahlem (Ahlemer Holz). Auf dem Parkplatz neben dem ehemaligen Schulzentrum stehen seit Monaten Container, die Obdachlosen, überwiegend Roma Familien, als Unterkunft dienen. Das nachbarschaftliche Verhältnis zwischen den Roma und den unmittelbaren Anwohner*innen war von Anfang an getrübt. Lärmbelästigungen, Diebstähle und Beschimpfungen, die von Seiten der Roma ausgehen sollen, verhindern ein harmonisches Miteinander. Unterstützung von Sozialarbeiter*innen und Überwachung haben anscheinend nicht zur Problemlösung beitragen können.
 
Einwohner*innen, die die Bezirksratssitzung am 13. Juni aufsuchten und erneut über das nicht einvernehmliche Nachbarschaftsverhältnis klagten, forderten endlich eine Auflösung der Containeranlage auf dem Parkplatz. Die Landeshauptstadt Hannover verweist auf einen Zuweisungsbescheid, der die Unterbringung ermöglichte und nicht widerrufen werden könne. Die Verwaltung spricht hier von einem Fall der Gefahrenabwehr, d.h. man will die Gefahr der Obdachlosigkeit und deren Folgen abwenden. Eine Aufhebung des Zuweisungsbeschlusses durch die zuständige Behörde sei derzeit nicht möglich, so der Tenor in der Bezirksratssitzung. Es werde aber alles getan, um die Situation zu entspannen. Entspannung sieht anders aus!     
 
Die Landeshauptstadt Hannover ist verpflichtet Menschen vor Obdachlosigkeit zu bewahren. Humanität und Fürsorge bleiben in der Ahlemer Containerunterkunft auf der Strecke. Wenn Familien monatelang ohne eine echte Zukunftsperspektive in Blechcontainern leben müssen und die Ablehnung der Gesellschaft täglich zu spüren bekommen, dann muss man sich nicht wundern, wenn sie sich nicht gesellschaftskonform verhalten. Integration und eine Lebensperspektive beginnen mit einem eigenem Zuhause. Gerade Familien mit schulpflichtigen Kindern brauchen eine angemessene Unterkunft, eine Wohnung. Wenn die Verwaltung sich auf den Zuweisungsbeschluss beruft und damit an der Containerunterkunft festhält, gefährdet sie die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Roma und obdachlosen Menschen. Ein Beschluss der Zuweisung kann nach §49, Absatz 2, Satz 3 VwVfG (Verwaltungsverfahrensgesetz) widerrufen werden. Satz 3 ermöglicht die Rücknahme, wenn nachträglich Tatsachen eintreten, die ohne einen Widerruf das öffentliche Interesse gefährden würde. Vielleicht besinnt sich die Verwaltung, hebt die Zuweisung auf und stellt Wohnungen, wenigstens für Familien mit Kindern, zur Verfügung. Es geht nicht um des Friedens willen, sondern um einen Akt der Nächstenliebe und der Humanität.
 
Julia Grammel

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