von Julia Grammel
 
Die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover hat gerechnet, extrapoliert und evaluiert. Das Ergebnis: Keine weitere Grundschule, weil die zukünftigen Schülerzahlen keinen Neubau rechtfertigen. An- oder Ausbauten der Grundschulen sind durchaus möglich.
 
Die Schülerzahlen sind im Stadtbezirk gestiegen und werden auch weiterhin nach oben gehen. Neubaugebiete und der Zuzug junger Familien sorgen für eine Verjüngung der Bevölkerung in allen drei Stadtteilen. Wie fehlerhaft Annahmen der Stadt Hannover sein können, zeigt die zurückliegende Fehleinschätzung im Bereich der Betreuungsplätze für die unter 6jährigen Kinder. Hier musste nachgebessert werden. Trotzdem bilden Ahlem, Badenstedt und Davenstedt im Stadtvergleich weiterhin das Schlusslicht in der Betreuungsquote. Mit Unterrichtsräumen für die Grundschulen verhält es sich ebenso. Es fehlen Räumlichkeiten, um zeitgemäßen Ganztagsunterricht und Inklusion anbieten zu können. Container, die bereits im Einsatz sind, werden für das kommende Schuljahr 2020/21 aufgestockt. Ihr Einsatz ist für mehrere Jahre geplant.
 
 
 
Die Grundschule in der Steinbreite erweitert ihre schon zwei stehenden Container um zwei allgemeine Unterrichtsräume (AUR). Zwei Differenzierungsräume, die flächenmäßig kleiner sind und für die Ganztagsbetreuung zur Verfügung stehen, erhöhen ab Schuljahr 2020/21 die Anzahl der Container auf insgesamt 6 Stück auf dem Gelände der Grundschule in der Steinbreite. Die Friedrich-Ebert-Schule nimmt ab August 2020 5 neue Container auf. Sie ergänzen den schon stehenden Unterrichtsraum in Containerform. Die 6 Container werden auf dem Gelände so platziert, dass der Pausenhof weiter zum Toben und Laufen von den Kindern genutzt werden kann.
 
 
 
Eltern und Lehrkräfte forderten schon in der Vergangenheit einen Grundschulneubau und keine Containerlösung. Die Lernbedingungen tragen entscheidend zum Lernerfolg bei; und dazu gehört nun einmal ein Schulgebäude mit einer ausreichenden Anzahl von Klassenräumen. Der Stadt Hannover ist die Raumnot seit Jahren bekannt. Leider richtet sich ihr Blick anscheinend nur auf Ausgabenkürzungen oder der Ausgabenvermeidung. Die Aufstellung der Container und deren Miete belasten den Haushalt nicht unerheblich, siehe Beschlussdrucksachen Nr. 3114/2019 und Nr. 3115/2019 der Landeshauptstadt Hannover. Sollten sich die Schülerzahlen auch über den prognostizierten Zeitraum hinaus weiter nach oben bewegen, wären Ressourcen für Container gebunden worden, die einen Neubau ermöglicht hätten. Engagement der Eltern wird mittlerweile von den Schulen erwartet. Es verbessert das Schul- und Lernklima. Wer Container anbietet, riskiert Unsicherheit und Rückzug der engagierten Eltern.
 
 
 
Unsere Stadtteilgruppe wünscht Ihnen ein friedliches Weihnachtsfest und ein Frohes und Gesundes 2020.
 
 
 

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