Von Siegfried Seidel

Am 17. Juni 2018 traf sich in Hannover der "Landesrat LINKE Frauen (LLF). Die überregionale Kampagne der Linkspartei "Menschen vor Profite: Pflegenotstand stoppen" war eines der Hauptthemen.Die Kampagne soll auf den katastrophalen Zustand des öffentlichen Gesundheitswesens hinweisen und Antworten aufzeigen.


Die Teilnehmerinnen des LLF begrüßten diese politische Schwerpunktsetzung einhellig. Zunächst berichteten sie über erste Erfahrungen der konkreten Umsetzung von Aktionsvorschlägen der Kampagne. Die waren unterschiedlich. Sie umfassten Solidaritätsaktionen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, die viel Zustimmung erfuhren, aber auch Resignation und Desinteresse, die in Gesprächen an Infotischen deutlich wurden.


Der Landesrat LINKE Frauen bedauert aber, das der Kampgne jede feministische Dimension fehle, obwohl Fürsorge- und Pflegearbeit mehrheitlich noch immer das Betätigungsfeld von Frauen ist. Leider ist diese Arbeit schlecht oder gar nicht bezahlt.
Der LLF ist sich einig darüber, das die Marginalisierung und Unterbewertung von Fürsorge- und Pflegearbeit ihre historische Begründung in der Tatsache hat, dass sie Zeit braucht, wenn sie in menschenwürdiger Weise getan wird. Das widerspricht der Logik von Gewinnmaximierung, die Zeiteinsparung als Voraussetzung hat. Dieses Argument feministischer Analyse in der Pflegekampagne auszubuchstabieren, könnte ihr eine antikapitalistische Perspektive geben, die das Motto „Menschen vor Profite“ untermauert und die Kampagne als unverwechselbar LINKS von anderen Parteien abheben lässt.

 

 

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