26. April 2015   Einblicke - Empelde
„Stadt muss deutlich mehr Sozialwohnungen bauen“ - Reges Interesse an Podiumsdiskussion im Rahmen des Stadtdialog 2030 zu steigenden Mieten und Wohnungsnot

Vor mehr als hundert Zuhörer/innen haben Fachleute und Vertreter/innen der Stadtgesellschaft auf Einladung der Linksfraktion über kommunale Handlungsmöglichkeiten gegen steigende Mieten und Wohnungsnot am Freitagabend im Szenelokal GiG in Linden-Mitte diskutiert. Der renommierte Stadtsoziologe Andrej Holm von der Berliner Humboldt-Universität machte deutlich, dass die private Wohnungswirtschaft bei der Bereitstellung von preiswertem Wohnraum versagt. Deshalb müsse der Staat einspringen und bauen, so Holm. „Das machen wir“, sagte Petra Bliwert von der städtischen Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover. Hartz-IV-Bezieher/innen, Obdachlose und andere Menschen mit wenig Geld würden davon profitieren. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) verwies mit Blick auf die geplante Wasserstadt auf dem ehemaligen Conti-Gelände in Limmer auf das Engagement der Stadt, der massiv steigenden Wohnungsnachfrage zu entsprechen. Auch bemühe sich die Stadt, der steigenden Nachfrage nach barrierearmen, seniorengerechten Wohnungen nachzukommen. LINKEN-Fraktionschef Oliver Förste forderte, in der Wasserstadt auch 25 Prozent Sozialwohnungen zu bauen – und nicht nur dort. Generell müsse die Stadt deutlich mehr preiswerten Wohnraum schaffen, so Förste.

„Kaum jemand spricht darüber, wenn er wegen Mietpreiserhöhungen oder der Umwandlung seiner Mietwohnung in Eigentum aus Linden wegziehen muss“, sagte Steffen Mallast, Mitglied der Kampagne Ahoi – einem Zusammenschluss von Bewohnerinnen und Bewohnern Lindens, die mit der Besetzung leerstehender Gebäude als erste auf das Problem aufmerksam machten. „Fälle von Verdrängung werden, wenn überhaupt, erst im Nachhinein in der Öffentlichkeit bekannt. „Die geburtenstarken Jahrgänge werden bald in Rente gehen, und viele werden dann nur die Grundsicherung im Alter bekommen“, sagte Linden-Limmers Bezirksbürgermeister Jörg-Rainer Grube. Die Nachfrage nach preiswertem Wohnraum werde deshalb in den nächsten Jahren weiter deutlich steigen. Grube forderte, genossenschaftliche Baugruppen stärker zu unterstützen, um preiswerte Mietwohnungen zu schaffen. LINKEN-Regionsabgeordneter Michael Fleischmann forderte von der Region als zuständiger Behörde, die Mietobergrenzen für Hartz-IV-Bezieher/innen anzupassen, um deren Chancen bei der Wohnungssuche zu verbessern. Bei der Mietobergrenze handelt es sich um die Höhe, bis zu der das Amt die Miete bezahlt.

V.l.n.r.: Dr. Andrej Holm, Oliver          Förste, Stefan Schostok

V.l.n.r.: Steffen Mallast, Dr. Andrej Holm, Oliver Förste, Stefan Schostok, Petra Bliwert

 

 

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