07. Oktober 2017   Einblicke - Ahlem-Badenstedt-Davenstedt
Braucht unser Stadtbezirk eine weitere Grundschule?

 

 

Die Frage ist eindeutig mit "ja" zu beantworten. Die Grundschulen in den Stadtteilen Ahlem, Badenstedt und Davenstedt haben ihre Auslastungsgrenze erreicht und brauchen Entlastung. Zur Zeit stehen an drei Grundschulen mobile Räume (Container) bereit, in denen der Unterricht stattfindet. An der Friedrich-Ebert-Schule wird seit dem Schuljahr 2013/14 in einem Container unterrichtet. Ein Grundschulneubau erscheint notwendig.

 

Herr Ziegler als Vertreter der Verwaltung und Sachgebietsleiter für die Schulentwicklungsplanung hatte anscheinend die Aufgabe die Anwesenden in der letzten Bezirksratssitzung am 21. September vom Gegenteil zu überzeugen. Er sah nur eine temporäre Erhöhung der Schülerzahlen, die die Verwaltung mit mobilen Räumen weiter auffangen wird. Aktuell steigt der Bedarf an Räumlichkeiten nicht nur durch Sprachlernklassen ( 57 Grundschüler sind Flüchtlingskinder ), sondern auch durch die Neubaugebiete im Stadtbezirk und durch einen Generationenwechsel in den Stadtteilen. Dass die Grundschulen längst ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben zeigen die Container, die schon länger stehen. Herr Ziegler vermittelte den Eindruck, mit Containern löse man das Problem der fehlenden Klassenräume zur Zeit gut, da man nicht mit einem weiteren Anstieg der Schülerzahlen rechnet. Eine neue Grundschule kostet 20 Millionen Euro und diesen Betrag würde der Haushalt nicht verkraften.

 

Frau Kröger, Leiterin der Friedrich-Ebert-Schule, wies auf die Nachteile mobiler Räume hin. So steht in den Containern kein Wasseranschluss zur Verfügung. Auch sind die Lernbedingungen in Containern und überfüllten Räumen schwieriger. Sie erwähnte die Gebrüder-Körting-Schule, die ein jahrgangsübergreifendes Lernkonzept verfolgt, das kleine Klassen erfordert. Zur Zeit ist das Konzept noch nicht gefährdet, weil zusätzliche Räumlichkeiten durch die Aufgabe der Förderschule zur Verfügung stehen, allerdings nur bei stagnierenden Schülerzahlen. Durch das geplante Neubaugebiet, das im Einzugsgebiet der Gebrüder-Körting-Schule liegen wird, wird mit einem Mehrbedarf an Räumen gerechnet.

 

Herr Ziegler zeigte sich während der Diskussion sehr einseitig und lehnte jede Überlegung, die ein Neubau in Erwägung zog, ab und ging nur auf die Containerlösung ein. Um in Zukunft Kinder modern und erfolgreich in unserem Stadtbezirk unterrichten zu können, ist ein Neubau notwendig. Die Frage ist nur, in welchem Stadtteil sie stehen könnte.

 

Wer im Bildungssektor Ausgaben vermeidet, arbeitet kontraproduktiv. Mit Investitionen im Schul- und Bildungsbereich lassen sich langfristig Renditen erzielen, nämlich gut vorbereitete Kinder, die dann erfolgreich ins Berufsleben starten. Gerade Kinder aus einkommensschwachen Familien profitieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Bildung ist die Grundvoraussetzung für die Teilnahme und -habe am gesellschaftlichen Leben. Ausreichende Räume, Klassengröße und gut ausgebildetes Personal entscheiden über den Lernerfolg und den Lebensweg! Der kommunale Schulentwicklungsplan 2017 sieht für die Stadtteile Ahlem, Badenstedt und Davenstedt keine weitere Grundschule vor, obwohl die Schülerzahlen zukünftig steigen werden. Mit mobilen Räumen soll auf den momentanen Raumfehlbedarf reagiert werden. Container sind aber keine Lösung. Die Linke wird dieses Thema im Stadtbezirk weiter verfolgen und einen Neubau fordern.

 

Julia Grammel (für DIE LINKE. Stadtteilgruppe West)

 

 

 

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