05. Januar 2018
Als in Prag am 5. Januar der Frühling begann

Heute vor einem halben Jahrhundert begann der „Prager Frühling". Am 5. Januar 1968 wurde der damalige Parteichef der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei (KPČ) Novotny vom Reformpolitiker Alexander Dubcek abgelöst. Heute vor 50 Jahren wurde Alexander Dubček Chef der KPČ.

Damit begannen die Reformen für einen demokratischen Sozialismus. Unter dem Stichwort „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ setzte sich Dubcek für Pressefreiheit, Aufhebung der Zensur, die Demokratisierung des Staates, Versammlungsfreiheit, Abbau des Zentralismus und wirtschaftliche Reformen in seinem Land ein.

Wer für die Emanzipation der Gesellschaft und des Individuums kämpft und dazu beitragen will, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“, dessen Sympathie muss den historischen Bestrebungen eines reformierten Sozialismus mit menschlichem Antlitz, eben dem „Prager Frühling“, gelten.
Der „Prager Frühling“ hat uns vor Augen geführt, wie unabdingbar Notwendig es beim übergang zum Sozialismus ist, das jede Wahrheit gezwungen ist, den radikalen Widerspruch aktiv auszuhalten, und jede Selbstverständlichkeit die radikale Kritik. Deshalb ist mit der LINKEN Stalinismus, bornierter Avantgardismus, Linker Nationalismus und Strickjäckchenspießertum nicht zu machen.

Auch wenn der „Prager Frühling“, diese praktisch gewordene Hoffnung eines anderen Sozialismus, von sowjetischen Panzern niedergewalzt wurde, so können wir aus ihm doch vieles lernen.
Wer aus der Kritik des real existierenden Kapitalismus auf die Schlussfolgerung einer praktischen Kritik der Verhältnisse kommt, kann und darf heute am Erbe des  „Prager Frühlings“ nicht vorbeigehen.

 

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