Aktuelles aus dem Großraum Hannover
14. Juni 2018

Moderne Fortbewegung

 

„Entwickle mit uns gemeinsam die Zukunft der Mobilität“. Dieser Slogan schmückt die Flotte des Shuttle-Service Moia. Moia, eine Tochterfirma des Volkswagen Konzerns, stellt einen Fahrdienst auf Probe im Stadtgebiet Hannover zur Verfügung, der zwischen ÖPNV und dem Taxigewerbe angesiedelt sein soll.

Teurer als eine Fahrkarte des ÖPNV und günstiger als eine Fahrt mit dem Taxi. Das Konzept Moia, an dem zur Zeit nur ausgewählte Kundinnen und Kunden in Hannover teilnehmen, funktioniert über eine Smartphone-App. Die Nutzerin oder der Nutzer teilt Moia den Einstiegsort und das Ziel via Handy mit. Während der Eingabe werden die unterschiedlichen Fahrwünsche koordiniert, damit die als Sammeltaxi fungierenden VW Multivans effiziente Routen ermitteln, um während der Fahrt weitere Fahrgäste mit ähnlichen Wegen aufzunehmen. Mit der Alternative zum Taxi oder einer Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sollen Innenstädte vom Individualverkehr entlastet werden. Die Idee ist löblich, zumal der Klimaschutz davon profitiert.

Aber wie sieht das VW-Konzept in der Realität aus? Hinter dem Slogan „Entwickle mit uns gemeinsam die Zukunft der Mobilität“, verbirgt sich ein knallhartes privatwirtschaftlich orientiertes Konzept des VW Konzerns, der auf eine Genehmigung seines Gewerbes in Hannover hofft. Fahrverbote in den Innenstädten können zukünftig die Regel sein. VW sichert sich so mit Moia die Möglichkeit, auch dann noch seine Vans durch die City fahren zu können, wenn andere nicht mehr dürfen. „Sichern wir gemeinsam VW's Zukunft“, wäre ein wohl zutreffenderer Werbespruch. Das Taxigewerbe schlägt Alarm, weil mit dem neuen Marktanbieter in der Personenbeförderung ein ruinöser Wetbewerb zu befürchten ist. Einige Taxiunternehmer werden, sollte Moia sich am Markt etablieren, pleite gehen. Auch das Argument, Moia trage dazu bei, die Luftqualität zu verbessern, stimmt nicht ganz. Die VW Tochter kutschiert noch mit Verbrennungsmotoren durch Hannover. Elektrofahrzeuge sind wohl erst ab 2019 geplant. In den Innenstädten herrscht „dicke Luft“. Gerade Hannover gehört zu den Städten in denen der Stickstoffdioxidgehalt in der Luft über dem Grenzwert liegt. Hannover darf damit Gelder für Maßnahmen zur Luftreinhaltung aus Berlin abrufen. Gelder, die gut in den öffentlichen Personennahverkehr für klimafreundliche Umrüstungen des Fuhrparks investiert werden können. Der VW Konzern will Geld verdienen und ist nicht in erster Linie am Klimaschutz interessiert. Der Abgasskandal bezeugt dies. Deshalb wäre ein Angebot wie das von Moia besser in den Händen öffentlicher Verkehrsbetriebe aufgehoben. Auch Menschen mit geringem Einkommen gehören sicherlich nicht in Moia's Marktsegment. Die VW Tochter hat Fahrgäste im Auge, die individuell, bequem und trotzdem klimafreundlich ohne eigenes Auto von A nach B fahren möchten. Das hat seinen Preis. Zudem kann der Shuttle-Service nur mit Hilfe eines Smartphone genutzt werden. Noch hat nicht jeder ein Smartphone.

Ende 2018 will VW Moia in Hamburg einführen, wenn über die Testphase in Hannover Informationen vorliegen. 1000 Multivans hat Hamburg bereits genehmigt!

 

Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit.

 

Julia Grammel

 

 

 
12. Februar 2018

Energiearmut

Haushalte, die Transferleistungen wie Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II oder Wohngeld empfangen haben oft Schwierigkeiten ihre monatlichen Abschläge an die Energieversorger zu zahlen. Das liegt zum Teil an der Höhe der Stromrechnung, die im Verhältnis zu den Transferleistungen zu hoch ist. Ein Angebot ist der Stromsparscheck in der Region Hannover.

Das bundesweite Projekt, das seit 2011 vom Bundesumweltministerium finanziert wird und die AWO Region Hannover koordiniert, nimmt den Energieverbrauch unter die Lupe und informiert über vermeidbaren Stromverbrauch wie z. B. Stand-by-Verbrauch. Stromexperten kommen und beraten Haushalte, die Transferleistungen beziehen, kostenlos zuhause. Das Angebot beinhaltet ebenfalls kostenlose Soforthilfen, die helfen den Energieverbrauch zu senken. LED Leuchtmittel, Perlatoren und ein Duschkopf gehören zum Maßnahmenpaket. Auch ein Zuschuss wird gewährt, wenn ein energieeffizienterer Kühlschrank angeschafft wird. Das Projekt unterstützt nicht nur Transferleistungsbezieherinnen und -bezieher, sondern trägt dem Klimaschutz Rechnung.

Das Projekt erweckt den Eindruck, Menschen, die staatliche Unterstützung erhalten, hätten kein Talent sich energiesparend zu verhalten. Generell sind die Anteile für Strom in den Regelsätzen für Arbeitslosengeld II zu niedrig. Auch bei sparsamen Verbrauch deckt der Anteil nicht den eigentlichen Betrag der Stromrechnung. Eine Studie der Caritas von 2015 zeigt, dass der Stromanteil im Regelbedarf um mind. 20% für einen Single erhöht werden muss. Bei Familien, insbesondere mit kleinen Kindern, liegt der Prozentsatz sicherlich höher. Ein hehres Ziel, Haushalte durch Stromsparsschecks zu entlasten. Es wäre aber sinnvoller den Stromanteil im Regelbedarf auf Grundlage des tatsächlichen Verbrauchs zu berechnen. Gerade Haushalte mit wenig Geld können sich keine teuren effizienteren Haushaltsgeräte leisten. Für Kühl- und Gefriergeräte wurden 2015 monatlich 1,24 Euro im Regelsatz für Neuanschaffungen veranschlagt! Auch ist der Bedarf an Strom höher, weil sie mehr Zeit zuhause verbringen Wird Warmwasser mit einem Boiler erhitzt, treibt das die Stromrechnung in die Höhe. Stromsperren sind nicht selten und treffen gerade die Menschen, die sich in prekären Lebenssituationen befinden und eigentlich schutzbedürftig sind. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen sind für die Betroffenen schlimm.

Ich erinnere mich an einen Vortrag, den der Armutsforscher Christoph Butterwegge in den Räumen eines Energieversorgers gehalten hat. Er berichtete über eine Rentnerin, die im Rahmen eines Radiointerviews anrief. Sie saß bei Kerzenschein in der Küche, weil ihre kleine Rente nicht ausreichte, um die Wohnung bei Dunkelheit zu beleuchten und auch zu beheizen. Kein Einzelfall in unserem reichen Land.

In unserer Gesellschaft existieren viele Formen von Armut. Energiearmut gehört dazu. Auch diese neue Bundesregierung wird die Facetten der Armut weiterhin ignorieren und keine Abhilfe schaffen. (www.stromsparscheck-hannover.de)

Julia Grammel

 
19. Oktober 2017

Landtagswahlergebnisse Wahlkreise 27,34 und 35

 

Landtagswahl 2017: Ergebnisse des Wahlkreises 27 – Ricklingen

 

Erststimmen/Zweistimmen in Prozent

 

 

CDU

SPD

Grüne

FDP

Linke

AfD

Südstadt

29/23,8

41,1/39

14,2/15,6

5,0/8,0

5,6/7,0

3,1/3,7

Davenstedt

31/27,8

44,6/43,4

6,1/7,0

4,5/6,7

5,4/5,6

7,4/7,6

Badenstedt

24,5/22,1

45,8/43,1

8,0/10,3

4,4/5,8

7,9/8,0

7,6/7,5

Bornum

34,7/31,5

37,9/36,8

5,3/6,6

4,7/6,2

5,1/6,0

9,8/10,2

Ricklingen

25,9/22,8

44,1/42,1

9,3/10,5

5,5/7,1

6,5/6,7

6,5/6,7

Oberricklingen

26,1/22,7

46,1/44,9

9,0/10,0

4,0/5,9

5,7/6,0

7,2/7,1

Mühlenberg

29,5/24,9

44,5/43,0

2,7/4,5

3,8/5,3

5,9/6,9

12,8/13,4

Wettbergen

34,8/29,3

41,2/40,8

6,3/7,4

4,5/7,4

4,4/5,4

7,6/7,7

 

Landtagswahl 2017. Ergebnisse des Wahlkreises 34 – Barsinghausen

 

 

CDU

SPD

Grüne

FDP

Linke

AfD

Barsinghausen

37,1/29,6

40,6/40,3

7,0/9,0

4,6/7,6

3,6/4,3

6,6/6,8

Gehrden

40,8/33,7

37,7/36,6

5,8/8,8

6,2/9,4

3,8/3,6

5,5/6,1

Seelze

32,3/28,6

45,4/42,7

4,4/6,6

5,3/6,7

4,3/4,7

8.2/8,2

 

Landtagswahl 2017: Ergebnisse des Wahlkreises 35 – Springe

 

 

CDU

SPD

Grüne

FDP

Linke

AfD

Hemmingen

34,8/31,6

42,1/37,7

8,1/10,4

5,7/8,9

3,3/3,9

5,4/5,7

Ronnenberg

31,8/28,3

42,5/40,1

7,3/8,5

4,8/6,6

4,3/4,8

8,9/9,2

Springe

35,1/30,6

37,8/38,3

6,5/8,3

9,6/9,4

4,6/4,4

6,0/6,6

Wennigsen

31,4/27,0

42,4/40,2

9,9/11,9

5,6/8,3

4,7/4,9

5,4/5,7

 

Landtagswahl 2017: Ergebnisse Ahlem

 

 

 

CDU

SPD

Grüne

FDP

Linke

AfD

 

28,8/25,7

47,8/43,8

6,6/8,0

6,1/6,9

6,0/6,0

-/7,5

 

 

 
19. Oktober 2017

Wir sagen Danke!

Wir möchten uns für das Vertrauen welches Sie uns als Wähler*innen gegeben haben bedanken.

DIE LINKE hat den Einzug in den Landtag leider nicht geschafft; dies ist bedauerlich: Ohne die Option auf Rot-Rot-Grün wird entweder die FDP oder die CDU an der Landesregierung beteiligt sein, und der LINKEN fehlt eine Fraktion im Landtag, welche auch die Oppositionsrolle ausüben kann. DIE LINKE in der Opposition wäre uns persönlich deutlich lieber gewesen, aber damit die SPD, falls sie will, auch ohne CDU oder FDP regieren kann, sollte DIE LINKE Regierungsbeteiligungen oder die Tolerierung einer Minderheitsregierung nicht kategorisch ausschließen.

Wir werden aber weiter für Sie in den Kommunalparlameten für eine linke Poltik streiten. Denn wir sind sozial auch nach der Wahl.

Mit solidarischen Grüßen

Siegfried Seidel, Dirk Tegtmeyer, Axel Seng


Foto: PhotoWinzer.de

 
14. Oktober 2017

Ein Abend mit Katja Kipping

Am 12.10.2017 fand in Cara's Art + Weise Café in Empelde die Wahlkreisveranstaltung der LINKEN Direktkandidaten der Wahlkreise 27 (Ricklingen), 34 (Barsinghausen) und 35 (Springe) statt. Zu Gast war die Vorsitzende der Linkspartei und Mitglied im Bundestag Katja Kipping. Das Thema war: Brauchen wir eine neue soziale Politik.

Katja Kipping brachte die sozialen Ideen der LINKEN zur Sprache und ging auch kurz auf die Idee des emanzipatorische Grundeinkommens der Bundesarbeitsgeimeinschaft Grundeinkommen der LINKEN und die Flüchtlingspolitik ein. Über 50 Menschen waren anwesend, die meisten keine Parteimitglieder. Katja Kipping und die Direktkandidaten Siegfried Seidel, Dirk Tegtmeyer und Axel Seng diskutierten mit den Wähler*innen über diese Fragen und wie diese Ideen im Landtag in Hannover eingebracht werden können. Es war eine angeregte Diskussion, die dazu führte das wir nach der Veranstaltung zwei Neumitglieder begrüßen durften. Das freut uns sehr.

Einer der besten Sätze von Katja Kipping war der, dass für sie die Suche nach einen Kindergartenplatz nervlich belastender war als die Wahl zur Parteivorsitzenden.

Fotos: PhotoWinzer.de und Stephan Simon



 

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