04. November 2014  Kurz berichtet

Aus der Presse

Stadt kapituliert vor Vandalismus

Badenstedt. Immer wieder haben Unbekannte den Spielplatz am Friedrich-Rasche-Winkel in Badenstedt beschädigt. Immer wieder ließ die Stadt die Schäden beseitigen. Doch nun kapituliert die Verwaltung: Sie lässt ein zerstörtes Spielgerät abbauen, das bereits viermal für insgesamt 2500 Euro repariert worden war. In solchen Fällen müssten auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden, erklärte eine Stadtsprecherin im Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt. Vorangegangen war eine Anfrage des Linken-Vertreters Siegfried Seidel. Der Spielplatz in Badenstedt-West ist erst vier Jahre alt. Um den Vandalismus einzudämmen, hatte die Stadt bereits Schilder aufstellen lassen, die Besucher zur Aufmerksamkeit anhalten sollten – ohne Erfolg.mm
Quelle: 30.10.2014 / Stadt Anzeiger West (Neue Presse/Hannoversche Allgemeine Zeitung)
 
18. Oktober 2014  Kurz berichtet

Aus der Presse

Flüchtlinge sind in Ahlem nicht überall willkommen

Ahlem. Der Saal im Ahlemer Bürgergemeinschaftshaus war bis auf den letzten Platz besetzt. Sogar auf dem Flur saßen mehrere der rund 50 Zuhörer, die zur jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ahlem-Badenstedt-Davenstedt gekommen waren. Das Interesse hatte einen Grund: Auf der Tagesordnung standen die beiden Flüchtlingsunterkünfte, die derzeit in Ahlem entstehen oder geplant sind. Zum einen stellte ein Vertreter der Stadt die weiteren Pläne für die Unterbringung von bis zu 200 Flüchtlingen im früheren Schulzentrum vor. Zum anderen machte der Bezirksrat den Weg frei für einen künftigen Wohnheimneubau an der Straße Am Bahndamm mit 50 Plätzen. Und dort, am Ortsrand, formiert sich bereits Widerstand gegen die geplante Unterkunft – während in das verlassene Schulzentrum auf dem Ahlemer Holz das Leben zurückkehrt. Die Szenerie vor dem Siebziger-Jahre-Bau erinnert wieder an den Betrieb auf einem Schulhof. Junge Männer kicken einen Fußball über den Platz vor der gelben Eingangstür. Drinnen hört man das Klackern von Tischtennisbällen. Die meisten der 49 Flüchtlinge, die bereits in dem Schulgebäude untergekommen sind, stammen aus Eritrea und dem Sudan. In der Notunterkunft hat die Stadt vor zwei Wochen vorwiegend junge Männer aus afrikanischen Staaten einquartiert. Zurzeit wird der Komplex umgebaut, um noch mehr Menschen ein vorübergehendes Zuhause bieten zu können. Eigentlich sollte das Gebäude abgerissen werden, weil dort ein Wohngebiet geplant ist.
„Das Schulzentrum soll nicht langfristig ein Wohnheim bleiben“, erläuterte Marc Schalow, städtischer Bereichsleiter Stadterneuerung und Wohnen, dem Bezirksrat das Sofortprogramm zur Unterbringung von Flüchtlingen. Binnen sechs Monaten sollen in Hannover 1000 neue Unterkunftsplätze entstehen. Für das Schulzentrum wurden 200 als Maximum festgelegt. „Das ist eine Grenze, um sicherzustellen, dass es dort menschenwürdig und geordnet abläuft.“
„Es ist okay hier, wie in einem Camp eben“, sagt ein junger Mann aus dem Sudan etwas schüchtern. Man spürt vor Ort die Ausnahmesituation, in der sich alle befinden – die Bewohner, die Mitarbeiter des Roten Kreuzes und der Angestellte einer Sicherheitsfirma, der im Eingangsbereich eine Liste über die Besucher führt. Im „Raum 14“, einer improvisierten Zentrale, bemühen sich sechs Sozialarbeiter, die Unterkunft einzurichten. In Kooperation mit dem Katastrophenschutz wurden Duschen aufgestellt und eine Küche eingebaut.
„Aktuell gibt es noch zu wenig Duschen für zu viele Menschen“, erklärte Schalow im Bezirksrat. In den kommenden Tagen sollen weitere Waschcontainer aufgestellt werden. Ein Sprecher der Ahlemer Ortsgruppe des Roten Kreuzes rief in der Sitzung zu Spenden auf. Benötigt werden auch ehrenamtliche Helfer, etwa Lehrkräfte für den Deutschunterricht. Bezirksbürgermeisterin Brigitte Schlienkamp (SPD) bedankte sich bei allen Bürgern, die bereits Spenden abgegeben haben oder sich engagieren.
An anderer Stelle im Stadtteil gibt es dagegen Vorbehalte gegen ein geplantes Flüchtlingswohnheim in der Nachbarschaft. „Ich habe Kinder und Familie und muss auf deren Sicherheit achten“, sagte Anwohner Bayram Silay. Er und seine Nachbarn kritisieren die städtischen Pläne, eine Unterkunft in ihr Wohngebiet Am Bahndamm zu bauen. Vorgesehen ist, ein Gebäude für 50 Personen zu errichten, das langfristig als Obdachlosenheim genutzt werden soll. Mit einer Änderung des Bebauungsplans billigte der Bezirksrat die Bebauung des 2300 Quadratmeter großen Grundstücks an der Ecke Ziegelstraße. Dort befinden sich sechs Kleingärten, die weichen müssten. Das Areal am Ortsrand wurde im vergangenen Jahr in die Liste möglicher Wohnheimstandorte aufgenommen. Wann und wie der Neubau realisiert wird, ist noch offen.
„Nichts gegen die Flüchtlinge, aber sind 200 für einen Stadtteil wie Ahlem nicht genug?“, wandte sich Anlieger Klaus Henze an den Bezirksrat. Stadtvertreter Schalow entgegnete, dass in einigen Stadtbezirken mehr als 250 Flüchtlinge untergebracht seien. „Wir versuchen, das zu steuern“, erklärte er. „Sollten hier später Obdachlose untergebracht werden, kann das ein deutlicher Einschnitt in unsere Lebensqualität bedeuten“, kritisierte Anwohner Stefan Hoops. Er hatte Anfang 2013 in direkter Nachbarschaft gebaut. Nun sorgt er sich um den Wert seines Eigentums. „Das ist ein Griff in mein Portemonnaie, die Grundstückswerte werden sinken.“
Bezirksbürgermeisterin Schlienkamp hatte mitunter Probleme, die Bürger zu beruhigen. Rainer Göbel, Chef der SPD-Fraktion, kritisierte manche Wortbeiträge als latent fremdenfeindlich. Das erboste Hoops: „Wir sind nicht gegen die Flüchtlinge. Uns geht es um konkrete Fragen, und dabei fühlen uns nicht ernst genommen.“ Laut wurde es, als der parteilose Kai Orak ausführte, warum er sich als einziges Bezirksratsmitglied bei der Änderung des Bebauungsplans enthalten hatte: „Es müsste zuerst abgeschoben werden, dann wäre genügend Platz da.“ Dafür erntete er scharfe Kritik von SPD, Grünen und dem Vertreter der Linkspartei.
Schlienkamp kündigte für Anfang November eine Informationsveranstaltung zu dem Wohnheimbau Am Bahndamm an. „Wir arbeiten außerdem daran, im Stadtteil eine Willkommenskultur ins Leben zu rufen“, sagte sie. Die Termine sollen bald bekanntgegeben werden. Spenden für die Flüchtlinge im Schulzentrum nimmt das Rote Kreuz entgegen; um einen Anruf unter 3671266 wird gebeten. Besonderen Bedarf gibt es an Männerschuhen und Winterkleidung. Auch ausrangierte Fahrräder oder Fernseher werden benötigt.
16.10.2014 /Neue Presse/Hannoversche Allgemeine Zeitung/ Stadt Anzeiger West
 
10. September 2014  Kurz berichtet

Roter Faden

Die gemeinsame Zeitschrift der Fraktionen im Rat der Landeshauptstadt und in der Regionsversammlung Hannover

Regelmäßig informieren wir Sie über die aktuellen Debatten im Rat der Stadt, den Bezirksräten, der Regionsversammlung und über unsere Aktivitäten und Forderungen. Sie können die Ausgaben der vergangen Jahre hier auszugsweise nach Artikeln durchblätten oder komplett im PDF-Format nachlesen.

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10. September 2014  Kurz berichtet

Aus der Presse

Varianten für ein neues Gymnasium im Westen

Ahlem/Limmer. Grundsätzlich ist der Abriss des Schulzentrums in Ahlem beschlossene Sache: Auf dem Gelände am Ahlemer Holz soll ein Wohngebiet entstehen. Die CDU-Fraktion im Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt stellte die städtischen Pläne jetzt aber noch einmal infrage – während die rot-grüne Mehrheit sie billigte. Denn die Christdemokraten sehen das Ahlemer Schulzentrum und das dortige Schulgelände weiterhin als möglichen dauerhaften Standort für ein neues Gymnasium, das im Westen Hannovers entstehen soll. Die Stadt hat stattdessen bereits eine Fläche neben der Wasserstadt Limmer als künftigen Schulstandort vorgeschlagen. Nach Informationen des Stadt-Anzeigers gibt es nun zudem Überlegungen, ob sich das frühere Uni-Gebäude an der Wunstorfer Straße als Standort für das 17. Gymnasium der Stadt eignen würde. Bis 2007 befanden sich im Ahlemer Schulzentrum eine Haupt- und eine Realschule, die in der Tegtmeyerallee zusammengelegt wurden.
Nach den Vorstellungen der Stadt soll das seitdem leer stehende Schulzentrum nun wegen steigender Schülerzahlen für eine Übergangszeit provisorisch als Gymnasium hergerichtet werden – danach soll der Komplex aus den siebziger Jahren beseitigt werden. Als Zeitpunkt für den Abriss und die Eröffnung eines neu erbauten Gymnasiums ist das Schuljahr 2019/2020 im Gespräch. Bereits im Spätsommer dieses Jahres will die Stadt eine Ausschreibung starten, bei der sich Investoren, die über ein geeignetes Grundstück verfügen, für den neuen Schulstandort bewerben können. Dies sei ein offenes Verfahren, sagt Stadtsprecher Dennix Dix. „Vom Ausgang hängen alle weiteren Entscheidungen ab.“ Ob der frühere Uni-Bau an der Wunstorfer Straße eine mögliche Optionen sein könnte, ließ er unkommentiert. Das Gebäude gehört dem Unternehmen Stichweh Leinepark. Dessen Geschäftsführer Hanno Ziehm wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern. Für die CDU im Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt sind das zu viele Unwägbarkeiten. „Wir wollen das Schulzentrum Ahlem nicht unbedingt erhalten. Aber solange nicht feststeht, wo das neue Gymnasium hinkommt, wollen wir das Schulzentrum auch nicht verschwinden sehen“, stellte Fraktionschef Norbert Duddar klar.
Wie die CDU stimmte auch der Einzelvertreter Kai Orak gegen den geplanten Wohnbau. SPD und Grüne dagegen billigten die nötige Änderung des Bauleitplans – und machten den Weg frei für das Wohngebiet. Ein Schulneubau am jetzigen Standort ist damit ausgeschlossen. „Die Lage für das geplante fünfzügige Gymnasium muss zentraler sein und nicht ganz am Stadtrand“, begründete die Grünen-Bezirksratsfrau Sabine Nolte-Vogt das Votum. n Pläne für Ahlemer Wohngebiet: Auf der rund 48?000 Quadratmeter großen Fläche Am Ahlemer Holz sollen etwa 45?Wohneinheiten entstehen. Vorgesehen sind Ein- bis Zweifamilienhäuser mit bis zu zwei Stockwerken. Auf dem jetzigen Parkplatz an der Ecke Petit-Couronne-Straße sind Häuser mit Gartenhof geplant. Die Turnhalle des heutigen Schulzentrums bleibt auch nach dem Abriss der restlichen Gebäude erhalten. Sie kann weiter von Vereinen und Schulen genutzt werden. Auch der Sportplatz soll bestehen bleiben, er wird an die südwestliche Seite der Turnhalle versetzt. Wann mit dem Wohnungsbau auf dem Gelände begonnen wird, steht noch nicht fest.
Sozialdemokraten und Grüne im Bezirksrat hatten noch Änderungswünsche. Die Grünen beantragten eine Verschiebung des Wohngebiets nach Süden, um eine ökologisch wertvolle Baumhecke erhalten zu können. Der Einzelvertreter der Linkspartei, Siegfried Seidel, regte an, dass die Häuser dreigeschossig sein und begrünte Dächer haben sollen. Alle Anträge wurden gegen die Stimmen von CDU und Einzelvertreter Orak angenommen.


Quelle: Neue Presse/Hannoversche Allgemeine Zeitung 04.09.2014 / Stadt Anzeiger West
Anmerkung:
DIE LINKE BO Hannover/Region West und DIE LINKE. im Stadtbezirksrat Hannover Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, setzt sich seit 2006 für den Erhalt des SZ Ahlems an seinen alten Standort ein, allerdings anders als die CDU, DIE LINKE. fordert endlich den Elternwillen durch zusetzten und das SZ in eine IGS umzuwandeln. Leider sind die Ratsmehrheiten für den Abriss des SZ Ahlem (alter Standort) und für den Bau eines Wohngebietes, aus diesem Grund stellte der Linke Bezirksrat Seidel die oben im Artikel angeprochenen Anträge. Allerdings gibt er und die BO West die Hoffnung nicht auf, dass das Schulzentrum doch erhalten bleiben könnte.
 
15. Mai 2014  Kurz berichtet

Aus der Presse

2019 will die Stadt Ahlems Schulzentrum abreißen

Ahlem. Bis 2019 soll das Schulzentrum in Ahlem provisorisch als Gymnasium genutzt werden, dann soll der Komplex aus den siebziger Jahren abgerissen werden. Die Planungen der Stadt sehen vor, auf dem Gelände rund 40 Einfamilienhäuser zu errichten. Das teilte Hans-Heiner Schlesier, Leiter des Sonderprogramms Wohnbauinitiative bei der Stadt, in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ahlem-Badenstedt-Davenstedt mit. Geplant sei, im Westen der Stadt ein neues Gymnasium zu errichten, das 2019/2020 eröffnet werden soll. Vorstellbar sei dafür eine Lage direkt neben der Wasserstadt Limmer. Die CDU und Linken-Vertreter Siegfried Seidel traten in der Sitzung vehement dafür ein, das Ahlemer Schulzentrum nicht abzureißen, sondern zu sanieren und dort das geplante 17. Gymnasium Hannovers einzurichten. Jeanette Leinweber vom Fachbereich Gebäudemanagement erklärte, dass die Kosten einer Sanierung aller Erfahrung nach die eines Neubaus überstiegen, doch die CDU und Seidel glaubten diese Rechnung nicht: In Ahlem seien bereits ein städtisches Grundstück, eine Sporthalle und die Infrastruktur für ein Schulzentrum vorhanden – all das müsse an der Wasserstadt erst hergestellt werden. „Das muss teurer sein“, insistierte CDU-Fraktionschef Norbert Dudda. „Sie haben nicht genug geprüft.“ Schlesier stellte jedoch klar, dass das Schulzentrum Ahlem ohnehin nach heutigen Maßstäben zu abgelegen sei, um dauerhaft ein Gymnasium zu etablieren: „Die Wasserstadt und die möglichen anderen Standorte, die wir dafür im Blick haben, liegen wesentlich zentraler.“ Das Gelände in Ahlem eigne sich wegen seiner Stadtrandlage dagegen hervorragend für die Errichtung einer Einfamilienhaussiedlung. Man sei optimistisch, mit dem Verkauf des Grundstücks einen guten Preis erzielen zu können. Die CDU kritisierte, dass die Stadt vor Jahren die Entscheidung gefällt habe, das Schulzentrum aufzugeben und es so zum Sanierungsfall habe verkommen lassen. Schlesier entgegnete, dass die Stadt zum Zeitpunkt dieser Entscheidung mit einer Stagnation der Einwohnerzahl gerechnet habe. „Dass wir heute mehrere Tausend Neubürger pro Jahr und entsprechend steigende Schülerzahlen haben, war nicht abzusehen.“ Für die Einrichtung des 17. Gymnasiums der Stadt sei das Schulzentrum sowieso zu klein dimensioniert, sagte er.
15.05.2014 / Quelle Stadt Anzeiger West (HAZ/NP)
Berichtigung: Anders als im Artikel beschrieben, ist DIE LINKE nicht für ein neues Gymnasium, sondern für eine weitere IGS.
 

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